Newsbeitrag

Modernster Computertomograph Österreichs am MCL Leoben

Das MCL in Leoben verfügt seit Jänner 2013 über den modernsten Computertomograph Österreichs, der für hochspezialisierte Werkstoffuntersuchungen Verwendung findet.

Die Computertomographie, kurz CT, ist eine Diagnostikmethode, die aus der Medizin bekannt sind. Ob aus eigener Erfahrung oder aus der Krankenhausserie im Fernsehen: Jeder kennt die lange Röhre, in der absolutes Stillhalten und Platzangst angesagt sind.

Im MCL in Leoben steht seit Jänner 2013 der modernste Computertomograph Österreichs. Die Untersuchungsobjekte kennen allerdings keine Platzangst und stillhalten müssen sie auch nicht. Das Hi-Tec-Gerät dient dazu, dreidimensionale Aufnahmen des Innenlebens mikroelektronischer Bauteile herzustellen, aber auch Werkstoffe und Mineralien sowie archäologische Fundstücke können untersucht werden.

Österreichweit einzigartige Bildauflösung

In der Computertomographie werden aus verschiedenen Richtungen Röntgenbilder eines Objekts aufgenommen. Diese Schnittbilder werden zu dreidimensionalen Rekonstruktionen samt Innenleben zusammengesetzt. Das Gerät am MCL verfügt über die österreichweit größtmögliche Auflösung und kann damit sogar Strukturen darstellen, die 100fach dünner als ein menschliches Haar sind. Diese Detailgenauigkeit ist z.B. im Bereich der Mikroelektronik besonders relevant. Denn die fortlaufende Miniaturisierung in diesem Bereich bringt es mit sich, dass immer kleinere Bauteile kontrolliert entwickelt werden müssen.

Dreidimensionale Bilder unter extremen Bedingungen

Der Computertomograph am MCL erlaubt außerdem Bauteile und Materialien während der Messung abzukühlen, zu erwärmen oder mechanisch zu belasten. Damit kann man untersuchen, was z. B. mit einer Leiterplatte in einem Smartphone passiert, wenn es aus der Eiseskälte in einen beheizten Raum kommt und das Telefon auf einem Heizkörper ablegt. Unter Erwärmung werden sich die verschiedenen Materialien in der Leiterplatte unterschiedlich ausdehnen. Es entstehen dadurch in der Leiterplatte Spannungen, die die Funktion dieser  einschränken oder gar ausschließen lassen. Mit dem Computertomographen können diese Vorgänge online beobachtet werden. Zweck dieser Untersuchungen ist es, Kritische Stellen in den Leiterplatten herauszufinden und so die Zuverlässigkeit des  Bauteils, bzw. der Leiterplatte zu optimieren.

Damit steht dem Materials Center Leoben und dem Standort ein österreichweit einzigartiges Computertomographie-System zur Verfügung, das sowohl für Industriekooperation als auch für Forschungsarbeiten in den verschiedensten Bereichen von hohem Interesse ist.

Über das MCL

Das MCL, das unter anderem aus Mitteln der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschafft SFG finanziert wird, wurde 1999 gegründet und agiert als Forschungszentrum für Werkstoffe, Herstellverfahren und innovative Werkstoffanwendungen. Es leistet hochqualitative und innovative Grundlagenarbeit für die technologische Weiterentwicklung von Werkstoffen und Herstellverfahren durch österreichische und europäische Unternehmen. Derzeit sind am MCL ca. 150 Mitarbeiter beschäftigt. Der Haupteigentümer des MCL ist die Montanuniversität Leoben.

Für etwaige Rückfragen und weitere Daten stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Dr. Roland Brunner
Materials Center Leoben Forschung GmbH (MCL)
A-8700 Leoben, Roseggerstraße 12
Tel.: +43 3842 45922 - 48
Email: roland.brunner(at)mcl.at, www.mcl.at