Ein spezieller Fokus bei der Forschung zu Produktionsprozessen am MCL liegt auf der Wärmebehandlungssimulation von Stählen. Dabei laufen eine Reihe physikalischer Phänomene (z.B. Wärmeaustausch, Wärmetransport, Visko-Plastizität, Phasenumwandlung, Umwandlungsplastizität) gleichzeitig und sich gegenseitig beeinflussend ab. Die komplexen Vorgänge und deren Auswirkung auf die über das Bauteil inhomogen verteilten lokalen Werkstoffeigenschaften und Eigenspannungen unterliegen stark nichtlinearen und gekoppelten Gesetzen. Sie sind ohne numerische Wärmebehandlungssimulation nur sehr schwer zu verstehen und im Detail zu kontrollieren. Das MCL verfolgt bei der Wärmebehandlungssimulation einen stark physikalisch basierten und an die Materialwissenschaft gekoppelten Ansatz und hat dementsprechende über den Stand der Technik hinausgehende Materialgesetze entwickelt und implementiert.
 
Unter den unterschiedlichen Wärmebehandlungsprozessen stellt die induktive Wärmebehandlung durch die zusätzliche elektro-magnetische Kopplung eine aus Sicht des Prozessdesigns und der Prozesskontrolle - aber auch aus Simulationssicht - eine besondere Herausforderung dar. Das MCL setzt daher einen besonderen Fokus auf die Simulation der induktiven Wärmebehandlung mit dem Ziel einer automatisierten, modellbasierten Prozesssteuerung zur robusten Erreichung bestimmter Zieleigenschaften.
 
Um die gewonnen Erkenntnisse zu validieren und noch besser auf die realen Prozesse übertragen zu können, verfügt das MCL neben klassischen Wärmebehandlungsaggregaten auch über einen einzigartigen Induktionswärmebehandlungsprüfstand.